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KunStart.04

Internationale Gruppenausstellung / International Group Exhibition
Malerei & Fotografie / Painting & Photography

30. August - 29. November 2002
Vernissage 29. November 2002
Performance: Yali Peng, Korea
Laudatio: David Greve M.A., Berlin

Location:
Galerie im Neuen Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21
D-10719 Berlin, Germany

Featuring:
Claudio Dell'Anna
Katja Kessin, aka MacLeod
Carmen Lehmann
Christine Maaß
Yali Peng
Armin Strittmatter
Andreas Wiesner

 

  Prolog: Was ist kunStart?

kunStart ist pluralistisch:
Wie die internationale Kunstwelt, so vielfältig sind in dieser Ausstellung die Stile, Sujets und Materialien. kunStart ist Begegnung:
Eine Auswahl internationaler Künstlerinnen und Künstler.
Und Sie.

kunStart ist Qualität:
7 international qualifizierte Künstlerinnen und Künstler in einer Ausstellung.

KunStart.04:
Eine zeitgemässe Kommunikationsplattform für Sammler, Galeristen und Kunstliebhaber.

Und Sie?

(NKE Gallery, Berlin July 2002)

 

  Laudatio zur Vernissage der Ausstellung "KunStart 04" vom 30. August bis 29. November 2002

Ich begrüße Sie zur 4. KunStart. Von morgen bis zum 29. November werden hier im Regus-Center die Bilder von sieben international renommierten Künstlern zu bewundern und, das darf nicht vergessen werden, auch zu kaufen sein. Leider kann ich nur sieben Künstler ankündigen, obwohl eigentlich acht Künstler vorgestellt werden sollten. Alfred Hruschka aus Österreich musste leider kurzfristig absagen, da wegen der Hochwasserkatastrophe weder er, noch seine Bilder den Weg hierher nach Berlin geschafft haben. Er wird dann ab März nächsten Jahres zu sehen sein.
Vor ein paar Wochen bat mich die Galerie, die Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung zu halten. Ich vertiefte mich also in das Werk und die Vita der Künstler, die hier ausstellen, um Sie Ihnen jetzt ein wenig näher vorzustellen.
Alle Sieben blicken bereits auf ein internationales Renommée zurück. Wie also soll ich beginnen, ohne einen zu bevor- oder zu benachteiligen? Mit dem bekanntesten Künstler? Mit dem aufregendsten Künstler? Mit einer Frau, denn "Lady is first"?

Ich entschied mich für eine profane Lösung und stelle Ihnen die Künstler in alphabetischer Reihenfolge vor.

Andreas Wiesner, Deutschland
... absolvierte 1980 bis 83 eine Ausbildung zum Drucker und Schriftsetzer, 1985 bis 89 ein Studium in der Fachrichtung Kommunikationsdesign a. d. Universität Wuppertal.
In seiner Kunst hat er diese beiden Ausbildungswege ineinander verflochten. Andreas Wiesner arbeitet mit Fotografien. Doch er fotografiert nicht nur einfach, sondern er sucht Motive im Sucher, fotografiert diese und überarbeitet und verfremdet diese Fotos anschließend. Seine Motive sind Menschen. Menschen in Alltagssituationen, Menschen wie Sie und ich, aber dennoch anders. Andreas Wiesner bearbeitet die Fotos nach. Er verfremdet, indem er Farben erhöht, Kontraste verstärkt, doch geht er niemals so weit, dass wir das Motiv nicht mehr deuten können. Andreas Wiesners Bilder erinnern an Andy Warhol, Pop Art und Konsumgesellschaft. Und genau das wollen sie sein: Ästhetisierte Abbilder einer Konsumgesellschaft.

Armin Strittmatter, Schweiz
... ist schon lange im Geschäft. Seid fast 10 Jahren ist er regelmäßig bei Ausstellungen im In- und Ausland präsent. Wie viele es waren und wo sie waren, tut nichts zur Sache. Jetzt ist er hier im Regus-Center. Armin Strittmatters Gemälde wirken bei einem Blick aus der Ferne im Relief angelegt, keine plane Öl- oder Acryl-Malerei. Die Motive scheinen plastisch aus der Leinwand hervorzutreten und den Betrachter so direkt anzusprechen. Armin Strittmatters Kunst fällt auf, dem Betrachter ins Auge und eröffnet die Kommunikation zwischen Betrachter und Kunstobjekt. Armin Strittmatter will keine Kunst für stille Kämmerlein, unbetrachtet, sondern Kunst für alle, zum anschauen. In Armin Strittmatters Werk gibt es auch eine Art Evolution. Seine jüngsten Gemälde sind farbkräftiger, variabler, ansprechender.

Yali Peng, Japan
... ist von weither angereist, um uns ihre Kunst zu zeigen. Geboren in Korea hat sie ihren Master of Liberal Studies of Art, Healing und Wellness an der Universität von Minnesota abgelegt. Sie lebt heute in Minneapolis in Michigan.
Seit 1994 stellt Yali Peng regelmäßig aus. Was aber stellt sie aus? Ihre Werke scheinen sich aus abstrakten Pinselstrichen zusammenzusetzen, sie erinnern an kalligraphische Zeichnungen. Und in der Tradition der Kalligraphie sind sicher ihre Wurzeln zu finden, scheint doch der gesamte ostasiatische Raum der Kunst der Kalligraphie verhaftet, die sich in den mit Pinseln mit diffizilen An- und Abstrichen gemalten Schriftzeichen offenbart. Keinesfalls aber haben wir es mit rein abstrakten Formen zu tun. Genau wie ein koreanisches Schriftzeichen, haben auch Yali Pengs Kalligraphien einen spezifischen Inhalt. Die Kalligraphien reflektieren Performances zu Musik, Geräusch- oder Lichtanimationen ganz ähnlich dem "action painting" Jackson Pollocks.

Christine Maaß, Deutschland
... lebt im Havelland. Sie hat 1991 bis 1994 an der Hochschule für Musik "Hans Eisler" in Berlin studiert und 1994 im Meisterkurs von Prof. Ruth Berghaus abgeschlossen. 1998 hat Christine Maaß zum ersten Mal in Süddeutschland und der Schweiz ausgestellt, 2000 war sie erstmals in einer Einzelausstellung im Schloss Penkuu / Mecklenburg-Vorpommern zu sehen, danach in der Uckermark und in Stralsund.
Ihre Kunst ist kraftvoll, farbig. In Farbigkeit und Stil erinnern die Gemälde an die 1920er und 1930er Jahre, an die Werke von Dix oder Grosz. Die Inhalte aber unterscheiden sich in hohem Maß. Nicht dass auch Christine Maaß kein heiße Eisen anfassen würde, sondern ihre Gemälde erzählen von Liebe und Leid, künden von Weltschmerz, aber niemals ist bei Christine Maaß der direkte Pessimismus und die Weltuntergangsstimmung der "Goldenen Zwanziger" zu spüren.

Carmen Lehmann, Schweiz
... malt Acryl auf Leinwand, installiert Leinwand auf Leinwand. Aus der Ferne scheinen ihre Werke geometrische Farbstudien. Wir kommen nicht umhin an Marc Rothko zu denken. Doch wo Rothko plan arbeitet, nur mit Acryl oder Öl auf Leinwand greift Carmen Lehmann in den Raum aus. Ihre Werke sind so nicht mehr nur reine Farbflächen sondern flache Plastiken, deren Relief sich erst aus der Nähe erschließt, deren faszinierendes Farb- und Formenspiel aber nur aus der Ferne.

Katja Kessin, aka MacLeod, Kanada
... gewann im Jahr 2000 den SWAAC National Award of Merit. Geboren wurde Katja Kessin in Hamburg. Anfang der 1980er Jahre wanderte sie nach Montreal / Kanada aus. In Montreal studierte sie an der Concordia University Fine Arts & Painting.
Hier stellt sie uns ihr neuestes, im Januar 2001 aufgenommenes Projekt "2001 Earth Odyssey" vor, eine Reihe von über 30 Gemälden in kleinem Maßstab. Allesamt Öl auf Leinwand im Format 30 x 25 cm. Das Projekt "2001 Earth Odyssey" entspricht einem visuellen Tagebuch der Katja Kessin für das Jahr 2001. Das individuelle Leben der Künstlerin im Verlauf eines Jahres ist abgebildet in teils abstrakten, teils gegenständlichen, teils absurd wirkenden Motiven, nicht auf großformatigen Leinwänden, sondern in kleinen Gemälden, die das tägliche Einerlei der Katja Kessin festhalten. Eine Studie des Menschseins und keine tiefenpsychologische Kunst, die dennoch die Psyche des Betrachters mit der offenbarten Welt der Katja Kessin konfrontiert.

Alfred Hruschka, Österreich
... ist nun leider nicht dabei.

Claudio Dell'Anna, Italien
... wurde am 10. Januar 1962 in Leverano in Italien geboren. Heute lebt er in der Schweiz. Bis 1999 hat sich Claudio Dell'Anna nach eigenen Worten nur nebenbei mit Kunst beschäftigt. Seit 1999 steht die Kunst im Zentrum seines Lebens. Claudio Dell'Anna gewann diesem Jahr den ersten Preis seiner künstlerischen Karriere. Seitdem hat er in der Schweiz, Spanien und Frankreich ausgestellt, jetzt erstmals in Deutschland.
Claudio Dell'Annas Gemälde beeindrucken durch ihre Intensität. Sie sind kraftvoll, fast aggressiv gemalt, in kräftigen Farben. Sie nehmen den Betrachter durch ihre Ausdruckskraft sofort gefangen. Claudio Dell'Annas Gemälde sind psychologische Studien seiner selbst. In diesen Gemälden wird offenbar: Malen ist für Claudio Dell'Anna eine vitales Lebensinteresse, durch das Malen teilt sich Claudio Dell'Anna mit, spricht von seiner Persönlichkeit und tritt in den Dialog mit dem Betrachter.

Ich denke, es ist nun an der Zeit, dass sie sich selbst von der Qualität der ausgestellten Kunst überzeugen. Zuerst aber erwartet uns noch die Performance von Yali Peng!
Ich danke Ihnen für Ihr Kommen. Dem Regus-Business-Centre danke ich für die Möglichkeit, hier auszustellen. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

David Greve M.A.
Kunsthistoriker, Berlin

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  Biografien

  Claudio Dell'Anna

Italien

Claudio Dell'Anna

Geboren 1962 in Leverano, Italien
Ausstellungen
1999
Gay Pride - Freiburg (Schweiz)
1999
Galerie Restaurant Zaehringen - Freiburg (Schweiz)
2000
Euro Art - Barcelona
2000
Galerie Toranto - Barcelona
2001
Galerie Swisscom - Freiburg (Schweiz)
2002
Galerie Gam'Art - Port Fréjus - Frankreich

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  Katja Kessin, aka MacLeod

Kanada

Katja Kessin, aka MacLeod

painting & mixed media installations

Art History Faculty: Concordia University, Montreal, QC 1999 - 2001
Studio Arts Faculty: Concordia University, Montreal, QC 2001 - date

Fine Art instructor:

  • Visual Arts Centre, Westmount, QC 1997-98
  • - Auberge Transition (women's shelter) Montreal 1995-99
  • - Hamburg, Germany 1998 (painting workshops: Awareness through Art, Seasons)
  • - Oxford Street Studio, Montreal 1996-97 (painting workshops)

EDUCATION

  • PhD in Humanities (in progress): Concordia University, Montreal 1998 - 2003
  • Master of Fine Arts, Painting: Concordia University, Montreal 1993
  • Independent Student: Concordia University, Montreal 1988, 1995 (Women's Studies & Art Therapy)
  • Guest Student, Fine Arts: Lerchenfeld, Hamburg, Germany 1992
  • Bachelor of Arts, Studio Art: Concordia University, Montreal 1988 (with distinction)
  • Diploma, Foreign Languages: Institute of Foreign Languages, Hamburg, Germany 1982
  • Abitur, Major in Fine Arts: International Baccalaureat, Hamburg, Germany 1979

AWARDS, FELLOWSHIPS & GRANTS

  • Award: SWAAC National Award of Merit 2000

Fellowships:

  • SSHRC 1999-2002
  • FCAR 1999, 2000
  • Concordia University, McConnell Fellowship 1999-2000
  • Concordia Institute for Can. Jewish Studies 1999-2000
  • University External Grant Holder Doctoral Scholarship 1999-2001

Project Grants:

  • Rector's Cabinet Special Projects Grant Concordia University 2000
  • Conseil des arts et des lettres du Quebec (long term) 1998
  • Conseil des arts et des lettres du Quebec (short term) 1997
  • Conseil des arts et des lettres du Quebec (long term) 1994

Travel Grants:

  • Quebec Ministry of Education Mobility Bursary Germany 2002/03
  • Morrie and Diane Travel Award in Art History (Germany 2002)
  • Canada Council Germany 1992+1998

RESEARCH & TEACHING ASSISTANTSHIPS

  • Teaching Assistantship: Dept. of Painting & Drawing, Concordia University
    (Ptg. 400/4 50 - 2001)
  • Research Assistantship: Dept. of Art History, Concordia University
    (Genocide & Holocaust Art 1998-2000)
  • Supervisor: Model Drawing Studio, Concordia University 1991-92
  • Assistant: Visiting Artists' Program, Concordia University 1990-91
  • 2001 Earth Odyssey

Artist Statement:
I am a Canadian artist who grew up in Hamburg, Germany and emigrated to Montreal in the early Eighties. Permanent displacement made me acutely aware of the wide-ranging effects of loss of adequate textual language, or "mother tongue". In order to explore the communicative properties of images versus textual accounts, in January 2001 I embarked on a project entitled 2001 Earth Odyssey: a visual diary, comprised of an acrylic painting per week on stretched, 10" x 12" canvasses. When I viewed the completed series it became apparent that with a single glance I could instantly recall the events of an entire year. In contrast, when consulting a written diary, such a feat would be impossible, as it would take a considerable amount of time to read the sequence of events; thus the recollection would not be instantaneous. The idea was to directly paint onto the canvas without prior thumbnail sketches, in order to capture the previous week in a simple image, not in an illustrative but in an intuitive, symbolic fashion. For a painter of usually highly detailed, large-scale paintings, this allowed for a minimum of self-censorship, which in turn permitted a fresh, uninhibited approach to painting. 2001 Earth Odyssey is my attempt to visually capture the life of one human being on our planet - myself - over the course of the year 2001.

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  Carmen Lehmann

Schweiz

Carmen Lehmann

Geboren 1974
Ausbildung in den Grundlagen der Malerei bei dem Künstler Peter Wirth (1992/93).
Kunstgeschichtliche Studien in Zürich und Bern (1994/95).

Ausgewählte Ausstellungen:

  • Academia de Bellas Artes
  • Quetzaltenango (Guatemala 1996)
  • Keller Galerie (Frauenfeld 1998)
  • Doppelausstellung mit Clemens Lehmann (KB Winterthur 2000)
  • Galerie Anwandstrasse (Zürich 2002)

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  Christine Maaß

Deutschland

Christine Maaß

Geboren 1974 im Havelland.
1991-1994
Hochschule für Musik "Hans Eisler", Berlin
1994
Meisterkurs bei Prof. Ruth Berghaus, Berlin
1998-1999
Ausstellungsbeteiligungen in Süddeutschland und der Schweiz
2000
Einzelausstellung Schloss Penkuu, Mecklenburg-Vorpommern
2000- 2001
Strasburg/ Uckermark

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  Yali Peng

Korea / Japan

Yali Peng

Yali Peng has a Master's of Liberal Studies degree in Art and Healing/Health and Wellness from the University of Minnesota. She started exhibiting in 1994.
She currently works on abstract ink painting, Chinese/Japanese calligraphy art, black & white, color nature/landscape photography, illuminated sculpture, coiled basketry, and artist books.
She has been teaching art at numerous art centers and schools in Minnesota. Her art is included in many private and corporate collections. She has some publications and awards for her photography.
The most unique point about her art is that she has the ability to capture certain energy (music, sound, light, movement, etc.) or images from films, plays, and literature, or concepts of non-art disciplines, such as health fields, then to transform the energy into visual art, or to capture and freeze the moment as visual poetry using photography.
She carefully selects words for the title which is part of the work as poetry.
Her art philosophy is the reflection of practicing Nichiren Daishonin's Buddhism (Soka Gakkai International).

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  Armin Strittmatter

Schweiz

Armin Strittmatter

Einige Ausstellungen und Erfolge:

  • 1993
    Sankt Josefsheim, Bremgarten
  • 1994
    Galerie Ricklin, Baden
  • 1995
    Mall des Einkaufszentrums Letzipark, Zürich
  • 1996
    Art Studio, Waldshut
    Hotel Krone, Bremgarten
  • 1997
    1. Internationale Künstlermesse, Winterthur
    Galerie zum Elephanten, Zurzach
    Galerie Sprungbrätt, Niederglatt
    Forum Hotel Ibis, Sion
  • 1998
    Städtische Galerie zur Baliere, Frauenfeld
    Académie Internationale de Lutéce, Paris
    Forum Volg, Winterthur
    Forum Autohaus 2000 (Permanent), Gebenstorf
    Galerie Leonardo, Lausanne
    Silbermedaille am Grand Concours International der Académie Internationale de Lutéce, Paris
  • 1999
    L'espace Richelieu Champs-Eiysées, Paris
    Galerie Quattro, Glattfelden
    Städtische Galerie zur Baliere, Frauenfeld
    Gemeindehaus, Gebenstorf
    Alte Kaserne, Wallisellen
    Mitglied der Kunstakademie A.S.L., Paris
  • 2000
    Türmli, Watt
    Galerie am Salzgries (Permanent), Wien
    Greuterhof, Islikon
    Manor Bahnhofstrasse, Zürich
    Raiffeisenbank Gebenstorf, Gebenstorf
    Gemeindesaal Kulturkreis, Untersiggenthal
    American Heritage Management Corp., New York
    Resorthotel Mogelsberg, Mogelsberg
    Galerie zum Elephanten, Zurzach
    Hotel Du Parc, Baden
    Diplôme de Médaille d'Argent der Académie Française, Paris
  • 2001
    Lehman Brothers Bank, Zürich
    Kairos New Art Gallery LTD., München
    Sparkasse Hochrhein (Hauptsitz), Waldshut
    Galerie am Salzgries, Wien
    Bank Art, Zürich
    Kunstforum Winterthur, Kreuzlingen
    Schmitt Metro Shop, Baden
    Galerie Bild und Rahmen (Permanent), Waldshut
  • 2002
    Limmatdruck AG, Spreitenbach
    Einweihung Atelier-Neubau, Gebenstorf
    100 Jahre Bezirksspital Affoltern, Affoltern a.A.
    Tondinelli Art Gallery, Rom

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  Andreas Wiesner

Deutschland

Andreas Wiesner

  • 1963
    geboren in Remscheid
  • 1982 - 1984
    Ausbildung zum Drucker und Schriftsetzer
  • 1984 - 1985
    Fachabitur der Kommunikationstechnik, Köln
  • 1985 - 1990
    Studium der Kommunikations- und Medientechnik an der Bergischen Gesamthochschule, Wuppertal
  • 1990
    Gründung einer Werbeagentur in Wuppertal, Schwerpunkt: Business to Business Kommunikation
  • 1996
    Umzug der Agentur mit 14 Mitarbeitern nach Düsseldorf
  • 1999
    Umzug nach Berlin; Arbeit als Fotograf und Künstler
  • 2000
    Ausstellung im Regus Business Center; Berlin - Potsdamer Platz
  • 2001
    Ausstellung auf der 3. Internationalen Kunstmesse Kongresshaus Zürich

 

Mit der Kamera schöpfen
Das Ansehen der Fotografie als eigenes Genre des künstlerischen Schaffens hat sich in den letzten 25 Jahren grundlegend gewandelt. Zum Beginn des neuen Jahrtausends ist es selbstverständlich geworden, jemanden als Künstler anzuerkennen, der sich mit dem Werkzeug Kamera auf den Weg begibt, um seine eigene Weltsicht darzustellen. Das hat seinen Grund in den sich ändernden, differenzierter werdenden Blicken der Künstler selbst. Aber auch die Bilderflut, die auf den einzelnen tagtäglich einströmt und in der das Besondere auch seine besondere Aufmerksamkeit findet, hat an dieser Entwicklung Anteil. Gerade hier in Deutschland, in Düsseldorf mit seiner Kunstakademie, befindet sich eines der Zentren für fotografische Kunst, das die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht. Und eben hier fand die erste Begegnung mit der Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel auch für Andreas Wiesner statt. Hier prägte sich sein Zugang zur Vermittlung von Inhalten durch Ästhetik. Er gründete eine Werbeagentur und konzentrierte sich auf die Fotografie.
Mittlerweile hat Andreas Wiesner einen eigenen Stil entwickelt und arbeitet als freier Künstler. Seine Fotografien berichten über seine Haltung, seine Neugier und seinen kritischen Standort in seiner Umwelt. Wie mit einer Kelle schöpft er mit der Kamera aus dem Meer der Eindrücke in den Metropolen, in denen er heute lebt und arbeitet, oder die er bereist. Und das Geschöpfte ist dann wiederum Material, das der Künstler weiter umformt, verfremdet und verdeutlicht.
Andreas Wiesner ist viel auf den Straßen unterwegs. Die Menschen, die ihm hier begegnen zeigen ihm eine Fassade, die ihn ebenso fesselt, wie Architektur. Er erkennt in ihnen die Schauspieler des Alltags, maskenbewehrte Unbesiegbare des Trottoirs, fleischgewordene Comic-Figuren vom Schlage einer Lara Croft. Die Flanierenden oder Cafébesucher fotografiert er bevor er sie anspricht. So erhascht er das Unverstellte und Unmittelbare ihres vor sich her getragenen Ausdrucks. Denn, so die Erfahrung von Andreas Wiesner, sind sie erst einmal auf die Kamera aufmerksam geworden oder auch nur in ein Gespräch mit ihm als einem interessierten Beobachter verwickelt, fällt die ganze Selbstpräsentation in sich zusammen. Dann ist es nicht mehr möglich, auch nur annähernd die Motive einzufangen, nach denen er sucht.
Diese Bilder nimmt er dann mit in seine Werkstatt. Dort digitalisiert er die Papierabzüge und unterwirft sie einem langwierigen Prozess der Bildbearbeitung. Der Effekt, den er damit erzielt, ist seinen Bildern wiederum ganz eigen. Es entsteht durch aufwendiges, sezierendes Verfahren ein Anschein von Dreidimensionalität wie bei einer Holographie. Diesen Tiefeneindruck erfährt der Betrachter vor den originalen Abzügen seiner Werke. 
In einer von Andreas Wiesner hinzuerfundenen eigenmächtigen Farbumwelt entdecken wir dann die selbsternannten Models der Straßenmode, die coolen und feschen Gewinnspieler des Globalisierungskapitalismus, die noch nicht angenommenen Bewerber von VIVA, MTV und RTL II als bis zum Klischee stilisierte Abzüge ihrer selbst. Austauschbar, zur Vervielfältigung freigegeben, ohne Individualität und ohne Pickel, Schuppen oder Sprachfehler. Das Verfahren von Andreas Wiesner lässt von seinen Modellen nichts eigentlich Unverwechselbares zurück. Er behandelt sie wie ein Comic-Zeichner dessen Hauptstilmittel die Outline ist. Oder wie es die Kontur für Christian Schad und Otto Dix in den 20er und 30er Jahren war, die ihre großen kritischen Kommentare der Weimarer Gesellschaft in Bildern abgaben. Es bleiben in Andreas Wiesners Bildern nur die Klischees übrig - im wahrlich auch technischen Sinne des Wortes. Und so spiegeln seine Bilder eine tägliche Wahrnehmung der Stadt des 21. Jahrhunderts und vermitteln dem Betrachter mehr als einfache Abbilder im journalistischen Stil.Andreas Wiesners Werke sind Arbeiten, die aufgrund ihres Sujets und ihrer Technik einen hohen ästhetischen Wert haben. Man schaut sie gern an und sie erwecken dabei nicht den Eindruck, lediglich ein kurzes modisches Dasein zu fristen. Sie werden die Zeit überdauern und als Zeugnis einer besonderen Stimmung dieser Epoche dienen.
Andreas Lübbers, Berlin im März 2002

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